
Titel: Der Bär und die Nachtigall
Autor: Katherine Arden
Verlag: Heyne Verlag
Preis: 16,99€ [D]
Einbandart: Paperback
Seiten: 432
Erscheinungsdatum: 14.10.2019
ISBN13: 978-3-453-32003-1
Altersempfehlung: ab 16
Inhalt: In einem Dorf am Rande der Wildnis, weit im Norden Russlands, wo der Wind kalt bläst und der Schnee viele Monate des Jahres fällt, erzählt die alte Dienerin Dunja den Kindern des Grundbesitzers Pjotr Wladimirowitsch Geschichten über Zauberei, Folklore und den Winterkönig mit den frostblauen Augen. Verbotene Geschichten über eine uralte Magie. Doch für die junge, wilde Wasja sind dies weit mehr als Märchen. Sie allein kann die Geister sehen, die ihr Zuhause beschützen. Und sie allein spürt, dass sich in den Wäldern eine dunkle Magie erhebt …
Meinung: Aufmerksam auf dieses Buch bin ich durch den zweiten Teil. Er sah so hübsch aus, sodass ich mir den ersten genauer anschaute und mich nicht nur in das Cover verliebte, sondern auch in den Klappentext. Und schon bald durfte es bei mir einziehen. Nachdem es eine Weile auf meinem SuB lag, habe ich einiges über den Inhalt vergessen und hatte somit keinerlei Vorstellung, was mich in diesem Buch erwarten würde.
Wir tauchen ein in das historische Russland irgendwo im 17. Jahrhundert, wo wir eine Mutter treffen, die hochschwanger ist und die Geburt nicht überleben würde. Aber es geht in dem Buch um die Tochter, die laut ihrer Mutter etwas ganz besonderes sein sollte. Die Jahre vergehen und Wasja, unsere Protagonistin, wird zum echten Wildfang, der sich trotz der Gesetze ihrer Zeit nicht zügeln lässt.
Wasja ist der Mittelpunkt der Erzählung. Sie ist anders, als die Bewohner ihres Dorfes oder ihre Familie. Sie wird aufgrund ihres Talents oft als Hexe bezeichnet und niemand möchte groß mit ihr zu tun haben. Mir hat ihre Figur gut gefallen. Sie war stark, manchmal trotzig und stellte aber ihre Familie immer an erste Stelle.
Das Buch ist sehr ruhig geschrieben, was ich eigentlich nicht so gerne mag. Jedoch hat mich der malerische und leichte Schreibstil gefangen und ich konnte selten aufhören zu lesen. Allerdings gibt es für diese Ruhe einen Punkt Abzug, da für mich auf den ersten 300 Seiten nichts passierte, was wirklich von Bedeutung schien. Allerdings haben mir die letzten 100 Seiten deutlich besser gefallen, zumal ein bestimmter Charakter nicht ganz unschuldig daran ist.
Was mich ebenfalls gestört hat, war diese Sprunghaftigkeit zwischen den vielen Sichten. Manchmal wusste ich nicht so recht, in wessen Kopf ich grade war oder ob die Sicht grade notwendig war.
Ebenfalls etwas negativ ist mir das Verhalten der Menschen aufgestoßen. Natürlich weiß ich, dass in den früheren Jahrhunderten andere Umgangsformen herrschten, doch die ein oder andere Person hätte ich am liebsten geschüttelt.
Insgesamt eine ruhige aber auch interessante Geschichte, mit der ich in der Form nicht gerechnet hätte. Es vereint Historie und Fantastik auf eine schöne Art und Weise. Aufgrund der Action im letzten Viertel und dem kleinen Cliffhanger kann ich mir vorstellen, dass mir der zweite Band besser gefallen könnte. Band 1 bekommt von mir 3/5 Sternen.